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Stein-Diagnostik und Therapie, Steinzertrümmerung (ESWL)

Die häufigste Steinsubstanz ist das Calcium-Oxalat, die man bei 75% der diagnostizierten Steine findet. An zweiter Stelle folgt die Harnsäure, seltener findet man Steine aus Struvit (Magnesium-Ammonium-Phosphat), Cystin, Carbonatapatit oder Calcium-Phosphat.

Harnsteine bilden sich in den Harnwegen durch die Kristallisation von Substanzen, die mit dem Urin ausgeschieden werden. Sie können sich in jedem Abschnitt der ableitenden Harnwege festsetzen.

Es gibt verschiedene Ursachen, welche die Entstehung von Nierensteinen begünstigen können.

  • Erhöhte Ausscheidung steinbildender Substanzen wie z.B. Calcium, Phosphat, Oxalsäure, Harnsäure oder Cystin bei entsprechender Veranlagung und/oder erhöhter Nahrungszufuhr
  • Hohe Flüssigkeitsverluste und/oder zu geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Abflußbehinderungen in den ableitenden Harnwegen
  • Harnwegsinfekte mit Veränderung des Urin pH-Wertes
  • Ferner mangelnde Bewegung, Stress oder starke psychische Belastung

Stein-Diagnostik

  • Erhebung der Krankengeschichte
  • Körperliche Untersuchung
  • Urinuntersuchung auf Blutspuren, Infektionszeichnen und Elektrolyt-Ausscheidung
  • Blutentnahme bestimmter Parameter wie Harnsäure, Kalzium, Kreatinin
  • Sonographie (Ultraschalluntersuchung)
  • Röntgenuntersuchung der Nieren und Harnwege: Intravenöse Ausscheidungsurographie (AUG), retrogrades Pyelogramm , CT

 

Stein-Therapie

  • Ausschwemmen der Harnsteine mittels Infusionstherapie in Verbindung mit krampflösenden und schmerzstillenden Medikamenten.
  • Medikamentöses Auflösen (Litholyse) bei Harnsäuresteinen und kleinen Zystinsteinen
  • Rezidiv-Stein-Prophylaxe
  • Endoskopische Verfahren der Steinzertrümmerung (Lithotripsie) und Steinentenfernung im gesamten Harntrakt mit minimal-invasiven Techniken:
    • Kleinere Blasensteine können aus der Blase und Harnröhre direkt mit Zangen entfernt werden. Größere Steine müssen in der Blase zunächst zertrümmert und dann entfernt werden.
    • Befindet sich der Stein im Harnleiter, kommt die Ureterorenoskopische Steinentfernung in Frage. Ein starres oder auch flexibles dünnes Instrument wird unter Sicht über die Blase in den Harnleiter eingeführt. Das Instrument verfügt über einen Arbeitskanal, durch den Ultraschall-Sonden zur Zertrümmerung oder Zangen zur Entfernung der Steine eingeführt werden können.
    • Liegt der Stein im unteren Anteil des Harnleiters, kann er mit Hilfe einer Schlinge entfernt werden.
    • Steinzertrümmerung mit der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL) von Nieren, Harnleitersteinen und Blasensteinen
  • Der Stein wird mittels Ultraschall- und Röntgenkontrolle lokalisiert und durch externen Stoßwellen zertrümmert. In über 90% der Fälle können die Steinfragmente dann über die ableitenden Harnwege ausgeschieden werden.
  • Offene Steinchirurgie
  • Ein operativer Eingriff ist nur in den seltensten Fällen erforderlich, z. B. bei Begleiterkrankungen wie Harnleiterengen.